sportnetzwerk

die qualitätsoffensive im sportjournalismus

23. Juni 2007

Presseschau Dopingberichterstattung

Sind Deutschlands Sportjournalisten gedopt? Wenn derzeit wieder verschärft über das Betrugssystem im deutschen Sport diskutiert wird, kann der Sportjournalismus nicht ausgenommen werden. Das sportnetzwerk führt diese Debatte, die täglich neue Nahrung erhält, bereits seit Dezember 2005. Eine Presseschau:

Geh in die Knie!
Auch Doping kann den Profisport nicht zerstören. Wie auch? Er lebt nun mal in der Gänze von Demütigung, Peinigung und Heuchelei.
Holger Gertz, Süddeutsche Zeitung, SZ am Wochenende, 23. Juni 2007

(…) “Der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht veröffentlichte vor zwei Jahren ein Buch, „Lob des Sports”, in dem von Doping eher wenig die Rede ist – und nach dessen Lektüre man das Gefühl hat, ein Riefenstahl-Film sei leicht verspätet über einen gekommen: „Die nackten Körper der olympischen Sieger glänzten in ihrem Ruhm.” Der Regisseur Pepe Danquart drehte den Film „Höllentour”, eine Ode an Zabel und seine Freunde, die die Kamera so nah ran ließen, dass man die bei Stürzen aufgeschürften Beine sehen und das metallene Aroma des Blutes fast schmecken konnte. Danquart war ganz nah, aber das Wichtigste hat er nicht mitgekriegt. Oder, schlimmer, er hat es mitgekriegt und nichts davon erzählt. (…)

So funktioniert das System. Es vertraut auf Naivität und die Bereitschaft zur Kumpanei. Dabeisein ist alles, das gilt für alle. Der Profisport hat alles überstanden, die vielen überführten Sprinter und Radler, die Belege von flächendeckendem Doping und auch die kleinen Lügen am Straßenrand.” (…)

Kritiker statt Kumpel
Kurz vor der Tour de France stellt das ZDF die Übertragung wieder in Frage – und damit auch das bisherige Berufsverständnis vieler Sportjournalisten
Steffen Grimberg, die tageszeitung, 18. Juni 2007

Über eine Diskussionsrunde auf der Jahrestagung des Netzwerks Recherche: “Wie der neue, kritische TV-Radzirkus ab Juli aussehen wird, bleibt abzuwarten: Es mache ja wenig Sinn, “bei einer packenden Bergetappe mal eben Doping dazwischen zu schalten”, allerdings sollten auch die Live-Kommentator auf Verdachtsfälle hinweisen, sagte Seppelt: “Dass wir dieses Jahr einen Spagat machen müssen”, sei bei ARD wie ZDF “ein offenes Geheimnis”. Das ZDF will sich nun alle Optionen offen halten und auf Zeit spielen: “In den nächsten Tagen und Wochen wird noch einiges auf den Markt kommen – auch Scheußliches” sagte ZDF-Chefredakteur Brender. Und öffnete mit seiner nächsten Frage ganz en passant die Büchse der Pandora im Bermudadreieck von Sport, Journalismus und Medien: Wenn man nun bei der Tour harte Konsequenzen ziehe – wie dann umgehen mit Fußball und all den anderen Sportarten?”

Nachhaken
Sport ist schmutzig, aber der Journalismus glaubt brutalstmöglich an die eigene Sauberkeit
Markus Stauff, Freitag, 8. Juni 2007

“Die jüngste Debatte um Doping im professionellen Sport lässt so manchen Sportreporter den Journalisten in sich entdecken. Das gelingt nicht ganz reibungslos: Es werden Interviews geführt, in denen zwar keine erhellende Frage gestellt, umso mehr aber das eigene “brutalstmögliche” Nachhaken ausgestellt wird; es werden ganz grundlegende Zweifel an der weiteren Übertragung von Radsport geäußert, während bei gleichzeitigem Verweis auf die Involviertheit des AC Mailand in einen Bestechungsskandal vom phantastischen Champions League-Halbfinale gegen Manchester geschwärmt wird. Diese Koexistenz von rigider Moral und investigativem Eifer auf der einen Seite und affirmativer Bezugnahme auf den Sport auf der anderen ist weniger scheinheilig als vielmehr symptomatisch: Es ist die Betriebsgrundlage für den Mediensport und die Sportberichterstattung. Im Gegensatz zu dem, was im Zuge der Doping-Diskussion unterstellt und gefordert wird, kann die Sportberichterstattung nicht einfach komplett auf das Modell von Journalismus einschwenken, das sich für Politik, Ökonomie, Gesellschaft zumindest als normativer Maßstab (wenn auch nicht immer als Realität) etabliert hat.” (…) 

“Saubere Rennen sind eine Illusion”
Reiner Braun im Gespräch mit Hajo Seppelt, Berliner Zeitung, Medien, 7. Juni 2007

“Es ist ein Problem des Berufsstandes, dass es Begeisterung für den Sport gibt und diese oft wichtiger ist als die Begeisterung für den Journalismus. Sportjournalisten tragen wegen der häufig unkritischen Grundhaltung zum Wesen des modernen Sports eine Mitverantwortung für die Missstände. Wenn ein Moderator fast entschuldigend sagt, wie ungern er doch über Doping berichte und hoffe, dass er es bald nicht mehr tun müsse, zeugt das von einem merkwürdigen Selbstverständnis. Ist es nicht notwendige Grundlage dieses Berufs, neugierig zu sein und einen Erkenntnisgewinn erzielen zu wollen? (…) Ich denke, dass wir zurück zu den Wurzeln müssen. Einfache Standards wie die kritische Nachfrage und die Recherche sollten mehr in den Vordergrund gerückt werden. (…) Wir Sportjournalisten sind den Zuschauern schuldig, Glaubwürdigkeit nicht nur von anderen verlangen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Es kann auf Dauer nicht so sein, dass kritische Geschichten nur in den politischen Ressorts oder im Feuilleton verhandelt werden.”

Aufklärung
Dopinggeständnisse im Radsport als Freibrief für die Medien
Martin Krauß, Freitag, 1. Juni 2007

“Qualitätsjournalismus, wo man hinschaut. Hauptsache, so die feste Überzeugung in den meisten Sportressorts, es wird Haltung bewiesen, und es werden Namen genannt. (…) Was sich großspurig kritischer Sportjournalismus nennt, kommt bloß als Ressentiment geladenes Raunen daher, als Stimmungsmache, und in einigen Fällen ist es nicht weit weg von übler Nachrede. Die Aufklärer, die sich ständig zu Wort melden, sind journalistisch tätige Jäger, die hinter dem Skalp von Profisportlern her sind.”

Kumpanei
Der Dopingsumpf und die Journalisten
Zapp, NDR-Fernsehen, 30. Mai 2007

“Die belogenen Journalisten beklatschen die Lügner und sind voller Verständnis. Florian Naß (ARD) interviewt Rolf Aldag: “Erst mal vorweg, ich nehm die Entschuldigung selbstverständlich an. Weil mich das auch sehr überzeugt hat, was sie gesagt haben.” Manfred Hönel: “Ich nehme natürlich den Fahrern das durchaus ab, diese Entschuldigung. Und wie gesagt, akzeptiere diese Entschuldigung, akzeptiere ihre Entscheidung.”

Karl-Heinrich Bette: “Ich halte diese Nähe für extrem problematisch und auch für unprofessionell. Man muss sich nur vorstellen, dass in anderen Sektoren der Berichterstattung eine ähnliche Nähe vorhanden wäre, wenn also ein Journalist zur Bundeskanzlerin sagt: Du, Angie, das hast Du ganz toll gemacht, und wenn Du den und den Fehler gemacht hast, dann verzeihen wir Dir auch kollektiv.”

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Schweigen
Eine ZDF-Sportjournalistin unter Dopingverdacht
Zapp, NDR-Fernsehen, 30. Mai 2007

Im deutschen Fernsehen stehen neben gelernten Journalisten eine Reihe von ehemaligen Profisportlern vor der Kamera. Sie kommentieren Wettkämpfe oder berichten über sportliche Ereignisse. Eine davon ist die ZDF Reporterin Kristin Otto. Sie war Leistungsschwimmerin in der damaligen DDR, gewann in Seoul sechs Goldmedaillen und gilt als die erfolgreichste Schwimmerin aller Zeiten. Ihre Trainingskameraden von damals haben nach der Wende über systematisches Doping im Kader der DDR berichtet. Ihr gemeinsamerTrainer wurde wegen Doping verurteilt. Doch Kristin Otto behauptet, von verbotenen Mitteln nichts zu wissen. Zapp über die Glaubwürdigkeit einer Sportreporterin, die vieles wissen könnte, aber nichts erzählt.”

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Ja, aber
ARD und ZDF wollen auch in diesem Jahr die Tour de France übertragen. Allerdings soll der TV-Vertrag nicht verlängert werden
Rainer Braun, Berliner Zeitung, Medien, 30. Mai 2007

“Ungeachtet der anhaltenden Doping-Vorwürfe gegen den Profi-Radsport wollen ARD und ZDF weiterhin an ihrem Fahrplan zu Übertragung der diesjährigen Tour de France festhalten. “Mit großer Mehrheit”, sagte ein ARD-Sprecher, haben die ARD-Intendanten in einer Schaltkonferenz ihre bisherige Linie bekräftigt. Die einzige Gegenstimme kam von RBB-Intendantin Dagmar Reim. Allerdings will das Erste “bis auf weiteres keine ehemaligen Profi-Radsportler als Co-Kommentatoren in der Live-Berichterstattung einsetzen”, sagte der ARD-Sprecher. Zuvor hatten sich die Sportchefs des Senderverbunds ebenfalls mehrheitlich (mit 7:2 Stimmen) für die geplante Berichterstattung über die Tour de France ausgesprochen.

Das sieht auch das ZDF so. “Zum jetzigen Zeitpunkt auszusteigen wäre falsch”, sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. (…) Brender bezeichnete es zum Beispiel als Problem, dass der Sportdirektor des T-Mobile-Teams, Rolf Aldag, im vergangenen Jahr beim Runden Tisch gegen Doping im ZDF große Anstrengungen im Kampf gegen Sportbetrug gefordert und angekündigt habe. Er könne nicht schlafen, wenn er selbst gedopt hätte, habe Aldag 2006 gesagt. “Nach seinem Dopinggeständnis bedarf es nun intensiver Gespräche, um das zu klären. Ob wir das akzeptieren können, weiß ich nicht”, sagte Brender. “Es fehlt noch an Aufklärung, gerade über die Jahre 2000 bis 2006.”

Erste Konsequenzen aus den Diskussionen um sauberen Radsport zog der Bayerische Rundfunk in seinem Regionalfernsehen. Die aktuelle Berichterstattung von der “Bayerntour” – bei der auch Doping-Sünder Erik Zabel mitfährt – wird radikal reduziert und um Beiträge zum Stand des Dopings im Leistungssport erweitert.”

Doping-Geständnisse
Ein paar Tränen für die Presse
Fred Kowasch, interpool.tv, 29. Mai 2007

“Unerträglich wie sich der ARD-’Tour’ -Moderator Florian Nass (“Herr Aldag ich nehme die Entschuldigung an”) bei dem Betrüger von T-Mobile einschleimte. Befremdlich wie der jahrelange Tour de France Kommentator Klaus Angermann (ZDF/Eurosport) mit Trauer in der Stimme die Aussagen kommentierte. Daß dann noch Kristin Otto die Doping-News in den heute-Nachrichten präsentierte, ist an Absurdität kaum noch zu überbieten.

Das Problem liegt im System. Das ist im Radsport nicht anders, als bei den Öffentlich-Rechtlichen. Auch da geht es um Jobs (deshalb ist das Interesse an einer Tour-Übertragung intern besonders gross), auch hier herrscht ‘Omerta’ – das Gebot des Schweigens. Wer zum Beispiel öffentlich ausspricht, daß ein ZDF-Moderator Doping-News unterdrückt, weil er auf der (fünfstelligen) Paylist des betreffenden Rad’sport’rennstalls sitzt, wird gemieden, bekommt keine Aufträge mehr. Wolf-Dieter Poschmann spielt unterdessen den engagierten Aufklärer.

Hagen Boßdorf, Ulli Fritz, Ulli Jantsch, Peter Leisl, Karsten Migels, Herbert Watterott, Jürgen Emig, Michael Pfeiffer und, und und …. Wie hießen sie noch alle, die Claqueure des Rad’sportes’?! Jetzt wird ein Lebenstraum begraben, jetzt fliegen die Fetzen. So ist es nun mal, wenn ein System in sich zusammen bricht.”

Was war. Was wird
Hal Faber, Heise online, 27. Mai 2007

“Dass Radler im Fernsehen von Typen wie Jürgen Emig oder Hagen Boßdorf kommentiert wurden, macht den Skandal erst rund. Die sechsstelligen Sonderprämien, die ein Jan Ullrich von der ARD kassierte, hatten einen Preis: die völlige Aufgabe des kritischen Sportjournalismus. Derweil wird man sich bei der Telekom fragen, ob man diese Radsportler nicht auch in eine Service-Gesellschaft auslagern kann. Nur Hähnchenschlächter sind da gründlicher und handeln schnell, wenn das globale Huhn in die Diskussion gerät, weil beim Team Wiesenhof die üblichen Abstreiter das Sagen haben. Muss man Beckmann und den Freunden der Spritztechnik so viel Aufmerksamkeit schenken? Ja, denn gegenwärtig wirtschaftet sich das, was einstmals öffentlich-rechtliches System genannt wurde, schneller in den Abgrund, als Epo-gedopte Lemminge springen können.”

Verfemt
Das Fernsehen im Dopingsumpf
Michael Hanfeld, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 27. Mai 2007

Der Autor erweitert seine Analyse vom 22. Mai um einige Beispiele.

“Die Doping-Aufklärer von heute sind die Leugner von gestern. Was man dieser Tage bei ARD und ZDF zu sehen bekommt, macht einen schwindlig. Die Moderatoren überbieten einander geradezu, Abscheu und Verachtung auszudrücken gegenüber einer Praxis, vor der sie ein ganzes Jahrzehnt lang die Augen verschlossen haben. Bevor wir am Donnerstag Rolf Aldag lässig erzählen sahen, wie er mit dem Doping begonnen hat, und Erik Zabel schluchzte, schauten uns Figuren an wie Dieter Poschmann im ZDF und Michael Antwerpes in der ARD, die im Inquisitorenton die Pressekonferenz des Teams T-Mobile ankündigten. Die haben ja alle gedopt! Welch eine Enttäuschung, welch ein Skandal! Die Mär vom sauberen Sport – alles Lüge! Wer hätte das nur gedacht? Sie alle haben es gedacht, geahnt, gewusst oder billigend in Kauf genommen. Sie haben die Heroen geschaffen, deren Untergang sie nun genauso lustvoll begleiten wie zuvor deren Aufstieg. (…) Und wenn man dann noch sieht, dass im ZDF die ehemalige DDR-Schwimmerin Kristin Otto als Sportredakteurin die entsprechenden Meldungen verliest, weiß man, dass leider gerade die Öffentlich-Rechtlichen noch immer ein Teil des Problems sind und wenig zur Lösung beitragen, auch wenn der Radsportler Bert Dietz bei „Beckmann“ die Bekenntnisorgie begonnen hat. Doch dann taucht im Ersten plötzlich jemand wie Ralf Meutgens auf. Wer ist Meutgens? Ein freier Journalist, den bis dato nur die Insider kannten. Ein Besessener, der seit Jahren akribisch wie kein Zweiter die Dopingmafia verfolgt hat und das System mit allen Verästelungen in seinem jüngst erschienenen Buch „Doping im Radsport“ ebenso trocken wie detailliert nachzeichnet. Ein Außenseiter, der Zeilenhonorar kloppen und sein Geld woanders verdienen musste; ein Verfemter der Branche – zumindest im Fernsehen -, der seine Geschichten wie sauer Bier anbieten musste und Mal um Mal abgedrängt wurde. Der bis zur letzten Ampulle vorrechnet, was die Radfahrer alles in sich hineingepumpt haben. Da steht er nun plötzlich, als wäre nichts gewesen, vor Antwerpes’ ARD-Mikrofon und gibt zum Besten, was wir in der „Sportschau“ oder dem „Aktuellen Sportstudio“ schon vor Jahren von ihm hätten hören können: wer wie wann gedopt hat. Nur wollte das, solange Sender, Sponsoren und Rennställe noch Partner waren, keiner hören. Jetzt ist Meutgens dran, endlich. (…) Doch man sollte sich nichts vormachen: Wo zuvor die nun verfemten Radsportler strampelten, stehen heute – zum Beispiel – die Boxer unter Vertrag.”

Chaos im Boot
ARD und ZDF entdecken infolge der Doping-Geständnisse, was ihnen fehlt: Ein sauberer Sportjournalismus
Hans Leyendecker, Süddeutsche Zeitung, Medien, 26. Mai 2007

“Was für ein Pathos, was für eine Tour der Tränen und der Heuchelei. Seit Tagen entdeckt das Fernsehen, was jeder, der es wissen wollte, schon lange wusste: Dass viele der Helden-Maschinen, die bei Bergetappen den Galibier und die vielen Pässe hinaufstürmen oder hinaufkeuchen, rollende Apotheken sind. Im ARD-Brennpunkt, in der Tagesschau, in den Tagesthemen, im ZDF-Spezial, im heute journal waren an diesem Donnerstag die Tränen von Radprofi Erik Zabel in Großaufnahme zu sehen. Ein bisschen zu kurz bei den Betrachtungen und Entschuldigungen kam die Rolle der journalistischen Begleiter. Zwei Auftritte von Sportjournalisten ließen den Zuschauer ahnen, wie es um Nähe und Distanz in diesem Metier bestellt ist. Bei der Telekom-Pressekonferenz trat nach den Bekenntnissen von Rolf Aldag und Zabel der alte Kämpe Klaus Angermann vom ZDF auf, und er war sichtlich aufgewühlt: Er sprach über Jan Ullrich, den er „Ulle” nannte, über den ‘gläubigen Christen Udo Bölts’, der auch gelogen hatte, und er wurde dann so pathetisch wie einst bei der Beschreibung der Tour der Leiden und Legenden: ‘Ich möchte wissen, auch im Namen der Kollegen, die mit heißem Herzen, mit Begeisterung Euch gefolgt sind, die auch Eure Schmerzen miterlebt haben: Sollen wir all diese Resultate (. . .) eigentlich vergessen? Die großen Erfolge vom Team Telekom, weil sie eigentlich mit unerlaubten Mitteln erreicht worden sind?’
Mit heißem Herzen? Mit Begeisterung gefolgt? Redete da ein Fan, dessen Traum es war, in der Nähe der Stars zu sein oder ein Journalist? Und warum Du und was heißt Ihr? Stimmt es etwa, was die ZDF-Duzmaschine Rolf Töpperwien bei anderer Gelegenheit gesagt hat, dass Sportler und Medien in einem Boot säßen? Am Abend kommentierte dann ARD-Mann Hajo Seppelt, in den Tagesthemen den Dopingfall: ‘Viele Sportjournalisten’ müssten sich bei „Zuschauern, Lesern, Hörern entschuldigen. Oft genug haben wir das alles gesendet und gedruckt und vielleicht noch geglaubt, was uns Sportler und Funktionäre weißmachen wollten’. Sportjournalisten müssten es künftig schaffen, ‘die nötige Distanz’ zu halten und gründlich zu recherchieren. Dass Seppelt den Kommentar sprechen durfte, dokumentiert die Verwirrung im öffentlich-rechtlichen System. Der frühere Schwimmreporter war vor einem Jahr wegen seiner kritischen Doping-Berichte gemobbt worden. Er hatte in einer öffentlich gewordenen E-Mail festgestellt, das Thema Doping werde in der ARD-Sportberichterstattung weitgehend ausgeklammert, das Erste sei Teil eines ‘Systems des Vertuschens’. Das hätte ihm fast, wenn die Doping-Skandale nicht plötzlich in Serie passiert wären, die Karriere gekostet. Heute ist er der Held, gibt fortwährend allen Sendern Interviews. Seine Kompetenz ist nun gefragt, und er sagt das, was er schon vor Jahren hätte sagen können.”

Eine Netzstörung namens Medien
nolookpass, Blog Nachspiel.de, 25. Mai 2007

“Der jüngste Blog-Scoop hat einmal wieder gezeigt, wie Medien Blogs sehen. Oder vielmehr, als was sie sie nicht sehen: Als stinknormale Informationsquelle zum Beispiel.
Der mehr als umtriebige Herr Pahl hat mit Hilfe eines Lesers den Beckmann-Pieps entschlüsselt, nicht unwichtige Aspekte der Dietz-Beichte wurden dadurch thematisiert. Nun schwuppte das Thema über Heise, dwdl.de, die Netzeitung bis in die FAZ, und jetzt raten Sie mal, verehrte seriöse Medien nennen die Quelle-Vertreter, wer Allesaussersport explizit als Informanten genannt hat.
Heise: Link und zweifache Namensnennung
dwdl.de: Nennt das Blog Internetangebot und verlinkt erst nach Mail-Aufforderung
Netzeitung: Weiß schon, was ein Blog ist, verlinkt aber erst nach Mail-Aufforderung. Immerhin wird im heutigen Altpapier kräftig zitiert.”

Auch Jan Ullrich sollte endlich mit der Heuchelei aufhören
Hans-Joachim Seppelt (rbb), Kommentar in den ARD-Tagesthemen, 25. Mai 2007

“Viele von uns Sportjournalisten müssen sich bei Zuschauern, Hörern und Lesern entschuldigen. Oft genug haben wir das alles gesendet und gedruckt und vielleicht sogar noch geglaubt, was uns Sportler und Funktionäre weismachen wollten. Ohne die Behauptungen eines angeblich kaum dopingbelasteten Sports kritisch zu hinterfragen, wir wir es Ihnen eigentlich schulden. Jetzt ist amtlich, was sowieso alle Insider wussten: Weite Teile des Spitzensports sind Lug und Trug. (…)
Ich weiß nicht, ob wir es als Berichterstatter in den Medien künftig wirklich schaffen werden, die nötige Distanz zu wahren und genügend Kraft aufzubringen, nachhaltig zu recherchieren, auch dann, wenn wir uns damit keine Freunde machen. Aber zumindest wäre heute der richtige Tag des Neuanfangs nicht nur im Radsport, auch für uns Sportjournalisten.”

zum Video des Kommentars

Kartell der Schande
Jens Weinreich, Berliner Zeitung, Meinung, 24. Mai 2007

“Reden wir über einen vernachlässigten Aspekt des systemimmanenten Dopings, reden wir über: die Rolle von Journalisten. Denn, so viel Ehrlichkeit muss sein, es waren und sind ja nicht nur die Doper und Sportfunktionäre, die Mediziner und Sportpolitiker, die Sponsoren und Sportwissenschaftler, die ein flächendeckendes Dopingsystem installierten – ob nun aktiv oder durch ihr Schweigen, durch Lügen, Leugnen, Nichtstun, Feigheit, Dummheit und andere Korruptionsformen. An dieser Koalition der Schande haben auch Journalisten einen gehörigen Anteil. Es ist bezeichnend, dass manche Redakteure das Thema erst jetzt für schlagzeilenträchtig erachten, da es in einer Boulevardsendung des ehemaligen Journalisten Reinhold Beckmann gelaufen ist. Das sagt viel über diese Branche, die sich dem Augenblickseffekt verschreibt und nicht den Inhalten. Es wird gerade wieder viel exklusives Nichts produziert. Doch vielen, die jetzt als vermeintliche Experten hektisch befragt werden, fehlt es an Fachwissen. Andere haben in der Vergangenheit, jeder an seiner Stelle, zünftig zur Verschärfung des Dilemmas beigetragen. Verdächtig oft hört man derzeit den Satz: ‘Wir haben es ja schon immer gewusst.’ Doch wer bitteschön hat dieses angebliche Wissen je artikuliert? Es waren wenige. Und es sind nicht diejenigen, die jetzt behaupten, es schon immer gewusst zu haben. Wer über Jahre versucht hat, der Wahrheit näher zu kommen, hat es jetzt nicht nötig, sich zu verteidigen. Die Mehrzahl hat gejubelt, und sie hat diejenigen, die Fragen stellten, bekämpft, teilweise mit brutalen Mitteln.”

Pepe Danquart glaubt an Aldag
“Ich wäre sehr enttäuscht”
Interview von Daland Segler, Frankfurter Rundschau, Medien, 24. Mai 2007

Zugegeben, Pepe Danquart ist nicht unbedingt. Journalist. Doch wie ahnungslos naiv sich der Regisseur des Tour de France Helden-Epos Höllentour noch am Tage des Aldag-Geständnisses zitieren lässt, verrät viel über die, sagen wir: Kommunikationsbranche und ihre Protagonisten. Es soll ja auch Sportjournalisten geben, die ähnlich agieren. Eine Passage aus einem bemerkenswerten Interview:

Was haben Sie denn beim Dreh von der medizinischen Betreuung mitbekommen?
Wir hatten “all access”, und das zu jeder Zeit, da merkt man, wenn Geheimnistuereien laufen – zumal wenn man so eine lange Zeit mit den Sportlern unterwegs ist. Und was ich mitbekommen habe, ist, dass die auf ihre Fitness sehr geachtet haben. Von der Vitamin-Einnahme über Massage bis zur Akupunktur: Das alles war immer Thema, aber es waren weder Getuschel noch Aufgeregtheiten zu spüren, und verschlossene Türen gab es auch nicht.
Sie hatten auch zu den Ärzten des Teams engen Kontakt?
Ja, auch zu den Ärzten hatten wir ein enges Verhältnis, ich komme ja aus Freiburg, wie Lothar Heinrich und Andreas Schmidt, die an der Uniklinik gearbeitet haben, und habe mich selbst einem Leistungstest bei ihnen unterzogen; sie haben auch Sportler des SC Freiburg behandelt und eigentlich immer eine sehr gute sportmedizinische Arbeit gemacht. Ich weiß nicht, ob man sie jetzt plötzlich zu den Bösewichten dieser Welt zählen muss – was auch immer sie im Einzelnen getan haben mögen. (…)
Von heute aus gesehen: Hätte das Thema einen größeren Raum im Film einnehmen müssen?
Nein, das halte ich nach wie vor für richtig, wenn man eine so große Vertrauensbasis hat und etwas ganz anderes erzählen will. Da geht es ja um die Bereitschaft, sich in frühen Jahren auf ein Ziel festzulegen, Radsport-Profi zu werden und damit seine Jugend aufzugeben und auf vieles zu verzichten – die quälen sich ja schließlich auch heute noch jeden Tag -, und es ging um Leidensbereitschaft und Freundschaften. Das war ja eine Kinoerzählung und kein investigativer Journalismus.
Was einen ja nicht hindern muss an den Fragen.
Ja, aber wenn von hundert Journalisten 99 nur eine einzige Frage interessiert: ob die nun dopen, dann reicht das, dann brauche ich das nicht auch noch zu tun. Ich wollte eine große Kinogeschichte erzählen über zwei Freunde in einer Extrem-Situation und einen Einblick geben in diesen Sport, der anders funktioniert. Selbst mit einer Spritze im Arm müssen die sich ja quälen bis zum Umfallen. (…)
Rolf Aldag will heute vor die Presse treten. Wenn es nun von ihm oder auch von den Ärzten Geständnisse gäbe: Ja, wir haben gedopt, würden Sie sich dann getäuscht fühlen?
Das würde mich menschlich enttäuschen.

Ein Auge zu
Nach Doping-Enthüllungen: ARD/ZDF wollen Radsport weiter übertragen
Markus Ehrenberg und Joachim Huber, Der Tagesspiegel, Medien, 24. Mai 2007

“Aber ob allein der ‘kritische Blick’ und ‘investigative Berichterstattung’ (ARD- Sprecher Meyer) ausreichen, um glaubhaft ein Zeichen gegen Doping zu setzen? Am Dienstag hatte der Vorsitzende des Sportausschusses im Bundestag, Peter Danckert, nach den Geständnissen der ehemaligen Radprofis Bert Dietz und Christian Henn einen Stopp der Radsport-Übertragungen von ARD und ZDF gefordert. Die früheren Fahrer des Telekom-Teams hatten zu Beginn der Woche zugegeben, in den 90er Jahren das Blutdoping-Mittel Epo verwendet zu haben. ‘ARD und ZDF, die von den Gebührenzahlern leben, sollten sich von der Übertragung der Tour de France und anderer Radsportereignisse so lange fern halten, wie nicht der Sport reinen Tisch gemacht hat’, sagte Danckert. Gerade öffentlich-rechtliche Sender dürften den Zuschauern ‘nicht vorgaukeln, es gebe den dopingfreien Sport’. ZDF-Chefredakteuer Brender und ARD-Programmchef Günter Struve verteidigten am Mittwoch bei einer Anhörung des Bundestags-Sportausschusses in Berlin ihre Positionen in Sachen Radsport-Übertragungen. Struve betonte, dass das Erste seit vorigem Sommer – nach Bekanntwerden der möglichen Verstrickungen von Jan Ullrich in die Fuentes-Affäre – keine Verträge mehr mit aktiven Sportlern abschließe, ‘weil die Gefahren zu groß werden’. Was nicht zur Sprache kam: Für die Sender geht es beim Radsport auch um Werbeeinnahmen. Laut ARD-Werbung Sales & Services kostet bei der am 7. Juli startenden Tour ein 30-Sekunden-Spot zwischen 6.200 und 17.400 Euro.”

Fernsehen und Doping – vier Forderungen
Bernd Gäbler, stern.de, 24. Mai 2007

“Wenn Jan Ulrich im Ziel jubelnd die Arme hochreckte, prangte auf seiner Brust auch der Schriftzug der ARD. Hagen Boßdorf, vom Radsport-Experten zum ARD-Sport-Koordinator promoviert, stellte die Berufs-Radfahrer der Telekom stets zu Jahresbeginn der Öffentlichkeit vor, betreute an Wochenenden die Telekom-Lounge im Stadion von Bayern München und sorgte für eine Schönschrieb-Version von Jan Ullrichs Leben. Wie wir heute wissen, erhielt Ullrich zusätzlich einen Spezialvertrag über rund 250.000 Euro. Heute will ihn keiner mehr so genau gelesen haben. Tatsächlich war er sogar leistungsabhängig. Wenn der Sportler alles tat, um vorne zu sein, bekam er mehr Geld. Für ihn wäre es also eine sinnvolle ökonomische Kalkulation gewesen, einen Teil der aus unseren Gebühren finanzierten Summe in leistungssteigende Mittel zu re-investieren. (…) So war das. Jetzt beichten einige Sportler. Und plötzlich fordern Politiker: ARD und ZDF sollen doch einfach die Berichterstattung vom großen Radsport sein lassen. Absurd – wie aber wäre es mal mit Journalismus? Ist das nicht auch die eigentliche Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Sendens, der Sinn der Gebühren – dass eben keine Abhängigkeit entstehen soll von den großen Geldgebern und Veranstaltern?”

Und Struve grinst
ARD und ZDF übertragen trotz der Dopingverbrechen die Tour de France
Jens Weinreich, Berliner Zeitung, Sport, 24. Mai 2007

“Das hat man nicht alle Tage. Zwei der mächtigsten Fernsehfürsten des Landes werden vor einen parlamentarischen Ausschuss geladen. Im Sportausschuss saßen am Mittwoch ARD-Programmdirektor Günter Struve und ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender. Wer sich angesichts der Brisanz der Dopingdiskussion und langjähriger öffentlich-rechtlicher Journalismus-Verweigerung aber erhellende Äußerungen der beiden Mächtigen erhofft hatte, wurde enttäuscht. (…) Nur zur Erinnerung: Es war die ARD, die einen Sponsorenvertrag mit dem Team Telekom hatte. Es war die ARD, die zusätzlich Verträge mit Jan Ullrich unterhielt und dem Blutpanscher mehrere Hunderttausend Euro zuschanzte. Es ist die ARD, aus der sich zwei ehemalige ARD-Sportchefs, Jürgen Emig und Wilfried Mohren, wegen Korruption verantworten müssen. Der langjährige Sportkoordinator Hagen Boßdorf, von Struve stets gedeckt, musste nach zahlreichen Skandalen gehen. Es war auch Ullrich-Biograf und Telekom-Nebenverdienstler Boßdorf, der einst Sätze absonderte wie diesen: Wenn die Telekom sagt, es gebe kein Doping, dann gibt es auch für die ARD kein Doping. Struve aber kann und mag sich an derartige kollektive Entgleisungen nicht erinnern. Er machte lediglich arrogante, launische Bemerkungen und spielte die Telekom-Verflechtungen seines Senderverbundes in unnachahmlicher Weise herab. Nach dem Motto: Es habe ja nur einen kleinen Sponsorvertrag gegeben. In einer einzigen Sportart, sagte Struve, habe es schon immer Doping-Paragrafen in den Verträgen gegeben: ‘Das war Radfahren.’ Immerhin war er so gnädig und versprach, es werde keine Verträge mit aktiven Sportlern mehr geben. Den skandalösen Kontrakt mit Jan Ullrich erwähnte er nur insofern, als dass er behauptete, der Kontrakt sei von der ARD schon vor vielen Jahren gekündigt worden. Es war nur eine von mehreren kleinen Wahrheitsbeugungen.”

Eine gewisse Chemie
Das kurze Gedächtnis von Medien und Publikum beim Thema Doping im internationalen Radsport
Hans Leyendecker, Süddeutsche Zeitung, Medien, 24. Mai 2007

“Wenn in diesen Tagen über Doping im Berufsradsport, über die Haltung von Medien, Öffentlichkeit und Funktionären diskutiert wird, lohnt ausnahmsweise ein Blick in die Archive. Er zeigt, dass die Diskussion über die „schwarzen Schafe”, die „ganz neuen Erkenntnisse” , also über all das, was niemand habe ahnen können, ein Abgrund von Heuchelei ist. Zu allen Zeiten, das fällt beim Blick in vergilbte Bände auf, gab es Medien, die beharrlich weggeschaut haben.”

Die ARD-Tonstörung namens Godefroot
Kai Pahl, Blog allesaussersport.de, 22. Mai 2007

Nicht etwa die Staatsanwaltschaft Bonn hat als erste den ominösen Pfeifton während des Beckmann-Interviews mit Bert Dietz aufgelöst – es waren Blogger. Das Protokoll ist hier nachzulesen.

Fernsehen und Doping
Die Doper sind wir
Michael Hanfeld, Faz.net, Medien, 22. Mai 2007

“Solange die ARD selbst Partner des Teams Telekom (1998 bis 2004) war, galt der Satz des inzwischen wegen seiner Stasi-Vergangenheit entlassenen Sportchefs Hagen Boßdorf: Wenn das Team Telekom sagt, es gebe kein Doping, dann gibt es auch für die ARD kein Doping. Und also gab es stattdessen seit 1999 einen Sondervertrag für Jan Ullrich über ein Honorar von bis zu 200.000 Euro pro Jahr, der 2003 sogar noch einmal verlängert wurde, obwohl der Radsportler zwischenzeitlich des Dopings überführt worden war. Zwei Dutzend Sportchefs und Intendanten haben die Verträge gesehen, aber angeblich nicht richtig gelesen, wie der Direktor des ersten Programms, Günter Struve, einmal lapidar sagte. Dabei war alles bis ins Kleinste ausformuliert, sogar der persönliche Betreuer von Jan Ullrich, Rudy Pevenage, schlüpfte mit einem Mitwirkendenvertrag bei der ARD unter. Und beim ZDF war letztes Jahr bei der Tour de France als Fachkommentator der Radsportler Rolf Aldag unter Vertrag, der einst mit Bert Dietz für das Team Telekom fuhr und bis heute zum Thema Doping nur ausflüchtende Binsenweisheiten verkündet. Die Sender wollten den Radsport eben um jeden Preis, auch um den Preis der eigenen Glaubwürdigkeit; eine angemessene, distanzierte und kritische Berichterstattung zu diesem Sport hat es ein ganzes Jahrzehnt lang nicht gegeben.
Der Drang, auszublenden, was dem Medienereignis Radsport schadet, führte schließlich so weit, dass Sportchefs vom Schlage eines Jürgen Emig beim Hessischen Rundfunk und eines Wilfried Mohren beim Mitteldeutschen Rundfunk ihr eigenes Mafiasystem errichteten. Weil ihre Sender – gerade der HR – Sport zeigen wollten, etwa das Rennen um den Henninger-Turm in Frankfurt, aber angeblich kein Geld hatten, sahen sie sich nach „Beistellungen“ um, was nichts anderes bedeutet, als dass Verbände und Veranstalter die Rundfunkübertragung bezahlen. Dieses System hat erst ermöglicht, dass jemand wie Emig in die eigene Tasche wirtschaftete, die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat ihn wegen Betrugs in einer Schadenshöhe von 600.000 Euro angeklagt.”

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  1. Okt 3, 2008: Jürgen Emig und die Korruption: Journalismus ad absurdum | NilsOle.net

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